Website für Handwerksbetriebe: Was Kunden erwarten
Wer einen Handwerker sucht, hat meist ein Problem und wenig Geduld: ein tropfender Hahn, eine kaputte Heizung, ein Umbau, der anstehen soll. Die Website entscheidet in wenigen Sekunden, ob angerufen wird oder der nächste Treffer. Was dafür draufstehen muss, steht hier.
Die vier Fragen, die jeder Besucher hat
Handwerkerseiten scheitern selten am Design, sondern daran, dass sie diese vier Fragen nicht sofort beantworten.
Machen die das, was ich brauche? „Sanitär, Heizung, Bad“ sagt mehr als „Ihr Partner rund ums Haus“. Je konkreter die Leistungen benannt sind, desto eher erkennt sich jemand wieder, und desto besser findet Google die Seite.
Sind die in meiner Nähe? Ort und Einzugsgebiet gehören sichtbar auf die Startseite, nicht versteckt im Impressum. Bei lokalen Suchen ist das der wichtigste Faktor überhaupt.
Kann ich denen vertrauen? Fotos abgeschlossener Arbeiten, Gesichter statt Stockbilder, Meisterbrief oder Innungszugehörigkeit. Nichts davon muss aufwendig sein, aber alles davon wirkt.
Wie erreiche ich sie? Die Telefonnummer gehört nach oben, anklickbar, sodass ein Tipp den Anruf startet. Dazu ein Formular für alle, die abends um zehn schreiben.
Welche Seiten ein Handwerksbetrieb braucht
Fünf Seiten reichen in den allermeisten Fällen:
- Startseite: Was Sie machen, wo Sie arbeiten, wie man Sie erreicht. Alles ohne Scrollen sichtbar.
- Leistungen: Jede Hauptleistung mit zwei, drei Sätzen. Wer mehrere Bereiche anbietet, bekommt dafür besser je eine eigene Unterseite.
- Referenzen: Fünf bis zehn abgeschlossene Arbeiten mit Foto und einem Satz dazu. Das überzeugt mehr als jeder Werbetext.
- Über uns: Wer dahintersteht, seit wann es den Betrieb gibt, wie viele Mitarbeiter. Menschen beauftragen Menschen.
- Kontakt: Telefon, E-Mail, Anfahrt, Öffnungszeiten, Formular.
Wer Nachwuchs sucht, ergänzt eine Seite für offene Stellen. Für viele Betriebe ist das inzwischen der wichtigere Grund für eine gute Website als die Kundengewinnung.
Fotos: der unterschätzte Hebel
Handwerk ist sichtbar, und genau das sollte die Website zeigen. Zehn Bilder von eigenen Baustellen schlagen jedes gekaufte Foto, auch wenn sie mit dem Smartphone entstanden sind.
Drei Regeln helfen: bei Tageslicht fotografieren, nah rangehen, und nach Möglichkeit vorher und nachher zeigen. Gerade Vorher-Nachher-Bilder werden überdurchschnittlich lange angesehen, weil sie den Nutzen unmittelbar zeigen.
Wichtig bei Mitarbeitern auf Fotos: Jeder, der erkennbar ist, muss zustimmen. Am besten schriftlich, das vermeidet Diskussionen, wenn jemand den Betrieb verlässt.
Lokale Sichtbarkeit: Google-Unternehmensprofil
Bei Suchen wie „Elektriker Traunreut“ erscheint zuerst die Kartenansicht mit drei Einträgen, erst darunter die normalen Treffer. Diese drei Plätze kommen aus dem Google-Unternehmensprofil, nicht von der Website.
Das Profil ist kostenlos. Hinein gehören Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten, Fotos und der Link zur Website. Bewertungen sind der stärkste Faktor: Fragen Sie zufriedene Kunden aktiv danach, am besten direkt nach Abschluss der Arbeit, und antworten Sie auf jede Bewertung.
Die Website bleibt trotzdem wichtig. Sie ist der Ort, an dem Sie Leistungen ausführlich erklären, Referenzen zeigen und Anfragen entgegennehmen, ohne dass Google dazwischensteht.
Technik, die bei Handwerkerseiten zählt
- Handy zuerst. Der Großteil der Anfragen kommt vom Smartphone, oft unterwegs und mit schwachem Netz. Große Fotos verkleinern, sonst wartet niemand.
- Telefonnummer als Link. Ein Tipp, ein Anruf. Klingt banal, fehlt auf erstaunlich vielen Seiten.
- Strukturierte Daten. Mit Angaben nach Schema.org erscheinen Öffnungszeiten und Bewertungen direkt im Suchergebnis.
- Keine PDF-Wüste. Leistungslisten als PDF liest weder der Kunde auf dem Handy noch Google.
Was eine Handwerkerseite kostet
Eine Website mit den fünf genannten Seiten, Referenzbereich und Kontaktformular liegt meist zwischen 1.000 und 2.500 €. Kommen eigene Unterseiten je Leistung dazu, etwa für Bad, Heizung und Notdienst, bewegt sie sich im oberen Bereich. Eine einzelne Seite für einen Betrieb, der vor allem über Empfehlungen arbeitet und nur gefunden werden will, ist ab 500 € machbar.
Eine vollständige Aufschlüsselung steht unter Was kostet eine Website. Wie ein Projekt abläuft, lesen Sie unter Webseite erstellen lassen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?
Eine Website mit Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns und Kontakt kostet bei individueller Umsetzung meist zwischen 1.000 und 2.500 €. Eine einzelne Seite für kleinere Betriebe ist ab 500 € möglich.
Welche Seiten braucht ein Handwerksbetrieb auf der Website?
In der Regel reichen fünf Seiten: Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns und Kontakt. Wer Mitarbeiter sucht, ergänzt eine Seite für offene Stellen.
Brauche ich ein Google-Unternehmensprofil?
Ja. Bei lokalen Suchen wie „Elektriker in der Nähe“ erscheinen die Einträge aus dem Google-Unternehmensprofil über den normalen Suchergebnissen. Das Profil ist kostenlos und für Handwerksbetriebe oft der wichtigste Kanal.
Wie bekomme ich Bewertungen auf Google?
Am besten direkt nach Abschluss der Arbeit danach fragen, solange der Eindruck frisch ist. Hilfreich ist ein kurzer Link oder QR-Code auf der Rechnung. Gekaufte Bewertungen sind verboten und werden erkannt.
Lohnt sich eine Website, wenn ich ohnehin ausgelastet bin?
Ja, aus zwei Gründen: Sie können über die Website gezielt die Aufträge ansprechen, die Sie wirklich wollen, und sie hilft bei der Suche nach Mitarbeitern. Bewerber schauen sich Betriebe heute vorher online an.